Inflation im Juni 2022 auf 8,7 % gestiegen!

„Erneute Preisschübe bei Treibstoffen, Nahrungsmitteln, Haushaltsenergie und in der Gastronomie haben
die Inflation in Österreich abermals deutlich angetrieben. Mit +8,7 % haben die Verbraucherpreise im
Juni 2022 die höchste Teuerungsrate seit 47 Jahren erreicht. Eine so hohe Teuerungsrate haben wir in Österreich zuletzt im September 1975 gesehen. Besonders spürbar war der Preisanstieg auch beim wöchentlichen Einkauf: Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, welcher neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, ist im Jahresvergleich um 18,8 % gestiegen“, so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas in der Pressemitteilung 12.858-156/22.

 

 

Preistreiber sind Treibstoffe, Nahrungsmittel, Haushaltsenergie und Restaurants!

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuern sich durchschnittlich um 11,3 % (Einfluss: +1,31 Prozentpunkte) und damit deutlich mehr als im Mai 2022 (+9,0 %; Einfluss: +1,04 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür ist der starke Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln (Juni 2022: +11,5 %, Einfluss: +1,18 Prozentpunkte; Mai 2022: +8,8 %, Einfluss: +0,90 Prozentpunkte).

Das zeigt sich insbesondere bei der Preisentwicklung von Milch, Käse und Eier (Juni 2022: +16,1 %, Einfluss: +0,25 Prozentpunkte; Mai 2022: +9,5%, Einfluss: +0,15 Prozentpunkte).

Auch bei Brot und Getreideerzeugnissen nimmt der Preisdruck zu (Juni 2022: +11,2 %, Einfluss: +0,23 Prozentpunkte; Mai 2022: +8,6 %, Einfluss: +0,18 Prozentpunkte), ebenso bei Fleisch (Juni 2022: +13,2 %, Einfluss: +0,32 Prozentpunkte; Mai 2022: +11,3 %, Einfluss: +0,27 Prozentpunkte). Die Preise für Gemüse steigen um 12,0 % (Einfluss: +0,15 Prozentpunkte), jene für Öle und Fette um 25,7 % (darunter Butter +36,3 %).
Obst verteuert sich um 6,3 %.

Alkoholfreie Getränke kosten um 10,2 % mehr (Einfluss: +0,13 Prozentpunkte). Vor allem trägt Kaffee (+12,6 %) dazu bei.

Für Wohnung, Wasser, Energie werden die Preise durchschnittlich um 10,3 % angehoben (Einfluss: +1,95 Prozentpunkte), noch kräftiger als im Mai 2022 (+9,4 %; Einfluss: +1,79 Prozentpunkte).

Insbesondere die Preise für Haushaltsenergie tragen dazu bei (Juni 2022: durchschnittlich +27,3 %, Einfluss: +1,06 Prozentpunkte; Mai 2022: +25,4%, Einfluss: +0,98 Prozentpunkte).

Die Gaspreise bleiben weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau (Juni 2022: +71,0 %, Einfluss: +0,40 Prozentpunkte).

Die Strompreise entwickeln sich im Juni 2022 (+0,2 %; 0,00 Prozentpunkte) ähnlich wie im Mai 2022 (-0,1 %; Einfluss: 0,00 Prozentpunkte).

Bei Heizöl nimmt der Preisdruck merklich zu (Juni 2022: +109,6 %, Einfluss: +0,42 Prozentpunkte; Mai 2022: +97,8 %, +0,37 Prozentpunkte). Auch die Preise für feste Brennstoffe klettern dynamisch weiter (Juni 2022: +40,9 %; Einfluss: +0,15 Prozentpunkte; Mai 2022: +33,2 %, Einfluss: +0,12 Prozentpunkte).

Die Fernwärmepreise steigen um 16,5 %. Die Instandhaltung von Wohnungen kostet insgesamt um 12,6 % mehr (Einfluss: +0,73 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür sind vor allem die Materialkosten (+13,5 %, Einfluss: +0,53 Prozentpunkte).

Teuerung beim täglichen Einkauf höher als Gesamtinflation, Wocheneinkauf drastisch teurer!
Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf widerspiegelt, steigt im Jahresabstand um 10,8 % (Mai 2022: +8,4 %).
Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, steigt im Jahresvergleich um 18,8 % (Mai: +15,4 %).

@milka

 

 

Bei einem Haushaltsbudget von 2000 €/Monat bedeutet das, lt. VPI der Statistik Austria, einen Mehraufwand von zirka 60 €/Monat für Sprit, Strom und Heizung und 30 €/Monat mehr für Lebensmittel, Tabak und Alkohol.

Wie kommen wir in Österreich auf solche Zahlen?

Dazu muss man sich die Gewichtungstabelle ansehen:

In dieser Tabelle ist festgelegt, wieviel Ausgaben ein durchschnittlicher Österreicher monatlich anteilsmäßig für Wohnung, Nahrungsmittel, Strom usw. ausgibt.

Nahrungsmittel und Alkoholfreie Getränke

11,3%

Alkoholische Getränke und Tabak

3,4%

Wohnung, Wasser, Energie inkl.

– Betriebskosten

– Heizung

– Instandhaltung

18,9%

Verkehr inkl.

– Versicherung

– Treibstoff

– Reparatur/Service

– Parken

13,7%

 

 

Das bedeutet, dass z.B. eine Pensionistin mit 1000,- € Netto 2021 monatlich ca. 110,- für Lebensmittel ausgegeben und für Ihre Wohnung inkl. Strom, Heizung, Betriebskosten 190,- bezahlt hat.

Beispiel:

Eine Alleinerzieherin mit 2 Kindern und 2000,- € Netto benötigt lt. VPI für Ihre Wohnung 380,- Euro, 260,- Euro für das Auto und konsumiert mit Ihren beiden Kindern Nahrungsmittel um ca. 220,- Euro im Monat.

Aufgrund der offiziellen Inflation von 8,7% benötigt die Pensionistin im Juni 2022 um ca. 90,- Euro, die Alleinerzieherin um 180,- Euro mehr im Monat als noch im Vorjahr, um alle Ihre Kosten abzudecken.

Dass die verwendeten Zahlen unrealistisch sind, sieht man anhand der beiden Beispiele. Natürlich ist es schwierig den Durchschnitt darzustellen, da unter anderem auch 37,- für Zigaretten oder 10,- für Kinderbekleidung berücksichtig sind, und nicht jeder benötigt diese Artikel.

Ob die im Verbraucherpreisindex angegebenen monatlichen Mengen an Alkohol (3,-  Euro) und Psychopharmaka (2,- Euro) im Herbst ausreichen ist ebenso fraglich!

 

 

 

 

Fazit: Die offizielle Inflation soll in diversen Gruppen wie Pensionisten, Alleinerzieher, Besserverdiener, Familien, Autobesitzer kategorisiert werden bzw. soll ein Inflationsrechner, indem man persönliche Ausgaben wie Auto, Kinder, Wohnung eingeben kann, bereitgestellt werden.

@ThomasST

 

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